Auf der Rückseite dieser Arbeit findet sich die Darstellung »Construction, pénétration de diagonales et cercles« (vgl. Schmidt/Weber 1948 1942/22)
Paris, cimetière Montmartre
Composition à cercles, carrés et rectangles
In den 1930er-Jahren war Sophie Taeuber-Arp als freischaffende Künstlerin tätig, wodurch sich auch ihr künstlerisches Schaffen entwickelte und sie zu einer reduzierten Formensprache ermutigt wurde. So widmete sie sich unter anderem den Variationen von Kreisen und Rechtecken auf neutralem Grund. Inspirierend war hier sicherlich ihr Umzug nach Paris, wo sie zunächst der Künstlergruppe »Cercle et carré« beitrat. »Cercle et carré« oder auch »Kreis und Rechteck«: Keine Überraschung also, dass sich Sophie Taeuber-Arp verstärkt mit diesen grundlegenden Formen auseinandersetzte.
In dieser Werkgruppe der sogenannten »Compositions statiques à cercles, carrés et rectangles« (vgl. Schmidt/Weber 1948, S. 121) benutzte sie Farbe nur um einzelne Formen hervorzuheben. Doch ob weiß oder farbig, die Kreise und Rechtecke sind gruppiert oder einzeln angeordnet, fast so, als folgten sie einem den Betrachter*innen unbekannten Rhythmus. Auffällig sind hier auch die unregelmäßigen Größenverhältnisse, mit denen Taeuber-Arp einige Formen hervorhebt.
Die Variationen entfalten ihre Wirkung erst bei genauerem Vergleich mehrerer Werke und es stellt sich die Frage: Sind die »statischen« Formen vielleicht doch in ihrer Konstellation dynamisch? Dafür spricht, dass einige Formen aus der vermittelten Ordnung ausbrechen und sich ihren eigenen Platz im Bildraum suchen. Ein im ersten Eindruck voll durchstrukturiertes Bild kann bei detaillierter Ansicht einen bewegten Ausdruck bekommen, der den Blick mithilfe der Farbgebung lenkt.
Für die »Compositions statiques« nutzte Sophie Taeuber-Arp verschiedene Materialien: Angefangen bei den noch mit Hand skizzierten Zeichnungen, über die mit Zirkel und Lineal vorkonstruierten Gouachen auf Papier, bis hin zur ebenso vorgezeichneten Ölmalerei auf Leinwand werden alle Medien bedient. Doch nicht nur zweidimensionale Werke entstanden nach diesem Schema: In den späten 1930er-Jahren entwarf Taeuber-Arp auch Reliefs, bei denen sich Fläche und Formen voneinander abheben. [Laura Hillers]
[Entwurf für einen Teppich mit Hirschmotiv]
Eine Ausführung der Zeichnung ist in der Präsentationsmappe von Sophie Taeuber-Arp aus den 1930er-Jahren dokumentiert. Der Verbleib dieses Teppichs ist nicht bekannt.
[Composition verticale-horizontale]
[Dessin]
[Ohne Titel]
[Ohne Titel (Kopf)]
[Composition verticale-horizontale]
[Composition verticale-horizontale]
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